Mehr als 1000 Decken gestrickt
Aus Simmozheim kommt Hilfe für frierende Menschen
Von Bettina Bausch
Simmozheim. Was vor rund fünf Jahren als kleine Initiative begann, hat sich inzwischen zu einem beachtlichen Projekt entwickelt. Eigentlich hätte das Jubiläum der strickenden und häkelnden Frauen in Simmozheim schon vor Weihnachten stattfinden können, denn schon damals war die 1000. Decke für frierende Menschen in armen Ländern fertig gestellt. Inzwischen sind es mehr als 1080 geworden. Dies teilte Käthe Neufeld, die Leiterin der rührigen Frauengruppe mit, als sie gleich 58 engagierte Frauen im Simmozheimer Evangelischen Gemeindehaus begrüßen konnte.
Die Initiatorin stellte die Anfänge und Entwicklung des Simmozheimer Strickprojektes vor. Als eine Vertreterin des Tübinger Deutschen Institutes für Ärztliche Mission (DifäM) in der Gäugemeinde vor einigen Jahren einen Vortrag über die Arbeit dieser karitativen Organisation hielt, hatten Käthe und Arnold Neufeld spontan das Bedürfnis, etwas für Not leidende Menschen in den Entwicklungsländern zu tun.
Da von frierenden Kindern berichtet worden war, sollten Decken entstehen und gestiftet werden. Bald hatte das Ehepaar Neufeld in Simmozheim einen Kreis gleich gesinnter Frauen gefunden, die sich gerne mit Handarbeiten beschäftigten.
Alle strickten aus Wollresten quadratische Stücke mit gleichen Maßen, die danach zu bunten Decken von 1, 20 Meter mal 1, 60 Meter zusammen genäht wurden.
„Durch verschiedene Zeitungsartikel wurden viele auf unser Deckenstricken aufmerksam und haben angefragt, ob sie mitmachen dürfen. So ist nach und nach dieser große Teilnehmerkreis entstanden“, berichtete Käthe Neufeld. Inzwischen beteiligen sich an der Decken-Aktion nicht nur Frauen aus Simmozheim, Althengstett, Ostelsheim, Gechingen und Calw, sondern auch aus dem Bereich Bad Liebenzell und sogar aus dem Raum Böblingen/Sindelfingen.
Einmal im Monat treffen sich die emsigen Strickerinnen im Evangelischen Gemeindehaus Simmozheim. Sie haben dann ihre ganz verschiedenartigen gestrickten Quadrate mitgebracht. Diese werden mit viel Sinn für farbliche Harmonie zusammengefügt. Die Frauen sind inzwischen zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen.
Zum Jubiläumstreffen war Albert Petersen vom Tübinger DifäM gekommen. Die bunten, wärmenden Decken werden derzeit vor allem nach Malawi, Kenia und Rumänien verschickt. Petersen hob die Besonderheit der ortsübergreifenden Gemeinschaft der Strickerinnen in Simmozheim hervor, die es so sonst nirgendwo gebe. Die Simmozheimer Strickerinnen-Gemeinschaft versteht sich zwar als Teil der Evangelischen Kirchengemeinde, ist jedoch ökumenisch ausgerichtet und für jedermann offen.
Wer sich am Simmozheimer Wolldeckenstricken beteiligen möchte, kann sich unter Telefon 07033/2306 melden.
