Kirchengemeinde Simmozheim

In drei Tagen entsteht riesiger Adventskranz

Mit Flaschenzug im Dachstock befestigt


Von Annette Selter-Gehring

Ein riesiger Adventskranz hängt in der Dreifaltigkeitskirche in Simmozheim. Tannenreisig, Wacholderzweige und immergrüne Thuja wurden in mehreren Lagen in Handarbeit auf einen Reif gebunden.

Es entstand ein Adventskranz von zwei Metern Durchmesser und der Dicke eines Lastwagenreifens. Geschmückt mit roten Bändern und Kugeln hängt der Kranz im Gotteshaus.

Der Brauch, dass in vielen Häusern und in der Kirche ein Adventskranz steht, ist gar nicht so alt. Der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern erfand den Lichterkranz 1839, um in Armut lebenden Kindern, derer er sich angenommen hatte, die Wartezeit bis zum Heiligen Abend zu verkürzen. Auf dem ersten Adventskranz, der aus einem alten Wagenrad gebastelt war, fanden sich zwischen den bekannten vier dicken Kerzen jeweils sechs kleinere für jeden Tag. Wichern griff mit dem Adventskranz alte christliche Symbole auf. So steht das Rund für die Ewigkeit, das meist verwendete Tannengrün für Leben. Die Kerze ist das Zeichen der Hoffnung und steht für das Licht, das mit Jesus Christus in die Welt kam.

In Simmozheim kam Johannes Merz auf die Idee, in diesem Jahr in einer Gemeinschaftsaktion einen besonders großen Adventskranz zu binden. So wurde Tannenreisig besorgt und in vielen Gärten Wachholderbüsche sowie Thujahecken gestutzt. Die Zweige wurden zu unzähligen kleinen Büscheln zusammengefasst und mit Blumendraht in mehreren Lagen um den Kranz gewunden.

Drei Tage arbeiteten die Helfer, bevor der Kranz mit Hilfe eines Flaschenzugs im Dachstock der Kirche angehoben und hängend befestigt wurde. Am Sonntag wurde in Simmozheim, wie an all den anderen großen und kleinen Adventskränzen, die die Wartezeit bis Weihnachten auch heute noch für Groß und Klein verkürzen, die erste Kerze entzündet.


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