Sonne arbeitet für Kirchengemeinde
Energieteam beschließt Installation einer Photovoltaikanlage / Ertragsüberschuss kommt auf hohe Kante
Simmozheim. Im vergangenen Jahr hat sich der Kirchengemeinderat Simmozheim dem Projekt „Energiemanagement im Kirchenbezirk Calw“ angeschlossen und ein Energieteam benannt. Dieses hatte die Aufgabe, den Energiehaushalt der Kirchengemeinde zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie sich der Verbrauch sinnvoll reduzieren lässt.
Daraus entstand die Idee zum Betrieb einer Photovoltaikanlage. Dieser Gedanke wurde in einer Detailuntersuchung konkretisiert, sodass der Kirchengemeinderat noch im Dezember beschloss, eine solche Anlage auf dem Dach des Gemeindehauses zu installieren.
Der Beschluss erfolgte einstimmig im Gremium, insbesondere weil mit dem Betrieb der Solarzellen natürliche Ressourcen geschont werden und damit dem Gebot, die Schöpfung zu bewahren, gefolgt werden kann. Aber auch die Nutzung der gesetzlichen Möglichkeiten und die finanziellen Förderungen überzeugten die Ratsmitglieder.
Auf Basis einer Ausschreibung an ortsnahe Handwerksbetriebe und einer detaillierten Analyse der Angebote sowie einer Kosten-Nutzen-Betrachtung über den Betriebszeitraum von 20 Jahren, in der Wartung, Reparaturen und Ausfälle berücksichtigt wurden, konnte vor Weihnachten das Vorhaben in Auftrag gegeben werden.
Die Anlage auf dem Dach wird eine Leistungskapazität von rund 14 Kilowattpeak haben, was bei der für Simmozheim gemessenen durchschnittlichen Sonneneinstrahlung eine Leistung von ca. 15.500 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet. Die Anlage ist kein Produkt aus fernöstlichen Landen, sondern es wurde bewusst eine aus deutscher bzw. europäischer Fertigung ausgewählt. Sie ist schon bestellt und wird noch bis Ende des Monats installiert. Damit sichern sich die Bauherren den aktuellen Satz von 0,39 Euro pro Kilowattstunde für die Netzeinspeisung.
Stellt dieses Vorhaben nach der Erneuerung der Kirchenelektrik 2008 ein finanzielles Wagnis für die Kirchengemeinde dar? Auch diese Frage wurde im Gremium diskutiert. Die Anlage wird vollständig über ein Darlehen der Landeskirche finanziert. Durch die Einnahmen der Stromeinspeisung sind die Belastungen durch die Finanzierung und den Betrieb der Anlage nicht nur vollständig gedeckt, sondern es wird mit einem jährlichen Überschuss gerechnet. Der Kirchengemeinderat hat beschlossen, dass der Betriebsertrag nicht dem jährlichen Haushalt zugeführt, sondern als Erbe für künftige Generationen angespart wird.
In diesem Sinne wünscht sich das Energieteam, dass die Sonne intensiv über Simmozheim scheinen wird: "Lux laborat cum sancta dignitate." "Möge das Licht mit göttlicher Gnade scheinen."

Noch diesen Monat sollen die Installationsarbeiten auf dem Dach des Evangelischen Gemeindehauses in Simmozheim abgeschlossen werden.
