Kirchengemeinde Simmozheim

Bevölkerung schreibt Erinnerungen auf

Lesung aus bisher gesammelten Texten am 18. Oktober soll noch mehr Simmozheimer zum Schreiben ermutigen


Von Bettina Bausch

Simmozheim. Zwei Jahre lang war Ortschronistin Doris Gerstmair in Simmozheim unterwegs, um vor allem bei Zeitzeugen Erinnerungen und Geschichten aus dem alten Simmozheim zu sammeln. Das Resultat kann sich sehen lassen, denn es sind mittlerweile schon 90 Seiten von rund 20 Bürgern gefüllt worden.

Den Anstoß zu dieser Aktion hatte der Simmozheimer Pfarrer und Buchautor Manfred Mergel gegeben. „Schade, dass so viele Geschichten aus Simmozheim einfach verloren gehen, weil niemand sie aufschreibt“, bedauerte der Geistliche. Wissen über die Vergangenheit sei für die Kinder und Enkel „pädagogisch wichtig und wertvoll“ und „Zukunft hat nur, wer seine Vergangenheit kennt und sich mit dieser auseinandersetzt“, argumentiert Mergel.

In Absprache mit Bürgermeister Hartmut Mayer hat man nun gemeinsam beschlossen, das Projekt weiter zu verfolgen.

Bei einem Gemeindeabend wollen Mergel und Gerstmair jetzt unter dem Motto „Des kannst dr net vorstella“ Kostproben von den bereits gesammelten Erinnerungen älterer Menschen vorlesen. „Es gibt bereits mehr Texte, als wir an einem Abend lesen können, und etwa ein Drittel davon ist von Simmozheimer Bürgern selbst verfasst“, erläutert die Heimatgeschichtlerin. Vorhanden ist bereits eine Fülle unterschiedlichster Geschichten in verschiedenen literarischen Formen. Neben historischen Erinnerungen in Prosa wurden auch Anekdoten sowie Gedichte und Texte in Mundart gesammelt.

Zur Zeit sind die Initiatoren auf Sponsorensuche. Wenn das erfolgreich ist, kann sich Gerstmair sogar die Herausgabe eines Buches vorstellen. „Wir hoffen, dass die Zuhörer durch die Lesung dazu angeregt werden, noch mehr eigene Erinnerungen aufzuschreiben“, sagt die engagierte Frau.

Was Gerstmair bisher bei ihren Hausbesuchern mit ihren Diktiergeräten und auf dem Notizblock festgehalten hat, umfasst bereits 90 DIN A 4-Seiten. „Erinnerungen an die legendäre Simmozheimer Hebamme Rosa Bullinger, die bei Nacht und Nebel auch zu Fuß zu Entbindungen in Nachbargemeinden eilen musste, Erlebnisse aus Vertreibung und Flucht aus Ostpreußen und Südmähren sind ebenso dabei wie ein Flüchtlingsschicksal aus Brandenburg und anderes mehr“, verrät Gerstmair schon einmal im voraus.

Wenn es zu keinem Buch reichen sollte, so wird auf jeden Fall ein gebundenes Exemplar der gesammelten Texte in der Gemeindebücherei ausgeliehen werden können.

Der Gemeindeabend mit Lesung findet am Donnerstag, 18. Oktober, ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Simmozheim statt. Ab 18.30 Uhr werden die Gäste mit Zwiebel- und Kartoffelkuchen, neuem Wein sowie Most bewirtet. Margot Haußer wird mit ihrer Handharmonika musikalisch begleiten.

Ortschronistin Doris Gerstmair hat schon jede Menge Texte aus der Vergangenheit von Simmozheim und seinen Bewohnern gesammelt.


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