Kirchengemeinde Simmozheim

Kirchengemeinde prüft ihr eigenes Profil

Rund 30 Gruppen stellen sich und ihre Arbeit vor / Auch Kritik ist durchaus erwünscht

Von Bettina Bausch

Simmozheim. Das Gemeindehaus in Simmozheim sah am Samstagabend ganz anders aus als sonst. Stände, Ausstellungstücke, Schautafeln, Plakate und Texte hatten es in eine Art Markt verwandelt. Rund 30 Gemeindegruppen stellten sich auf diese Weise dar und unterstrichen dabei das Typische ihrer Gemeinde.

Kirchenchor, Kindergottesdienst, Seniorenkreis, Jungscharen, Frauenkreis, Konfirmanden und viele andere präsentierten ihre Aktivitäten und Ziele. Diese Präsentation war der Auftakt zur Visitation der Evangelischen Kirchengemeinde durch Dekan Erich Hartmann und Schuldekan Reinhard Zimmerling. Das Forum war so angelegt, dass neben der Darstellung der Innenwahrnehmung auch eine Außenwahrnehmung der Gemeinde eingefangen werden sollte.

Deshalb kamen einige Vertreter außerkirchlicher Gruppen zu Wort. Peter Dittus lobte als Sprecher der Selbstständigen, dass die Kirchengemeinde eine der wenigen sozialen Anlaufstellen sei. Auch ihr Leitbild und ihre Jugendarbeit seien „eine tolle Sache“. Er schlug vor, wegen der veränderten Lebensgewohnheiten des modernen Menschen versuchsweise die Gottesdienste auf Abende zu legen.

„Wir sind sehr zufrieden mit ihrem Tun und Treiben“, lobte Willy Schneider als Vertreter der Rentner. Pfarrer Mergel habe es verstanden, mit seinen Mundartgottesdiensten wieder viele Außenstehende in die Gottesdienste zu locken. Weniger schön und lästig fand der Sprecher die vielen Spendenaufrufe der Kirche.

Bürgermeister Hartmut Mayer dankte der Kirchengemeinde für die vielfältigen Aktivitäten zum Wohle der Bürger. Ernst Dittus, der für den Gemeinderat sprach, kritisierte, dass von der Kirche aus oft zu wenig geholfen werde, wenn Menschen in Not gerieten. Helmut Zeller betonte als Sprecher der Vereine die gute Zusammenarbeit bei den gemeinsamen Aktivitäten.

In mehreren Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmer des Forums mit Fragen, die auf Verbesserung der kirchlichen Arbeit zielten. In diesem Zusammenhang wurde auch daran erinnert, dass sich der Kirchengemeinderat vor einigen Jahren ein Leitbild gegeben habe unter dem Motto „Gerechtigkeit durch den Glauben“. Unter anderem wurde hervorgehoben, dass der Besuchsdienst erweitert und mit noch mehr professionellem Wissen ausgestattet werden sollte.

Der Leiter des Evangelischen Kreisbildungswerks, Reinhard Kafka, moderierte die Gespräche mit viel Einfühlungsvermögen und einem Schuss Humor. Ein gemeindebezogenes Quiz, fröhliches Singen und Gespräche untereinander waren weitere Bestandteile des gelungenen Nachmittags.

„Was haben Sie vor miteinander? Sie sind zusammen unterwegs, wo wollen sie hin? Machen Sie sich ihre eigenen Gedanken und finden sie Ihr eigenes Ziel." Mit solchen Worten ermunterte Dekan Erich Hartmann die Gemeinde zu gutem Miteinander.


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