Stricken für einen guten Zweck
Simmozheimer Frauen helfen dieses Mal Kindern in Malawi und Tansania
Von Bettina Bausch
Simmozheim. Sie sind bunt und haben fröhliche Farben, fühlen sich weich an und immer wieder streicht eine Frauenhand über eine dieser geschmackvollen Wolldecken. Die Rede ist von den Strickerzeugnissen der Simmozheimer Frauengruppe, die sich ganz der Herstellung solcher Decken verschrieben hat.
Hunderte von Kindern in Entwicklungsländern brauchen nicht mehr zu frieren, weil es die Strickgruppe in der Gäugemeinde um Käthe Neufeld gibt, die Decken herstellt und diese kostenlos über die Tübinger Deutsche Institut für ärztliche Mission (DIFÄM) verteilen lässt.
Bei genauem Hinsehen kann man feststellen, dass die Patchwork-Decken der Frauen auch etwas Kreativ-künstlerisches haben. Dies entsteht dadurch, dass die Strickerinnen aus Wollresten zu Hause Quadrate mit gleichen Maßen anfertigen. Diese werden bei den Treffen je nach Farbe und Struktur dann so zusammengenäht, dass bunte, geschmackvolle Wolldecken entstehen. „Ende Juli bringen wir wieder 60 bis 65 Decken nach Tübingen zu DIFÄM. Insgesamt haben wir schon rund 600 Exemplare abgeliefert", freut sich Neufeld.
Die Idee, Decken zu stricken, entstand vor gut drei Jahren, als in Simmozheim ein Vortrag über die DIFÄM-Arbeit gehalten wurde. Viele Frauen wollten frierenden Menschen helfen und gründeten die Strickgruppe.
„Auch Frauen aus den Nachbargemeinden machen mit, und inzwischen stricken sogar Frauen in Seniorenheimen und bettlägerige Seniorinnen für uns“, so Neufeld. Durch eine Simmozheimerin, deren Tochter in Grunbach verheiratet ist, sei auch dort jetzt eine Strickgruppe mit acht Teilnehmerinnen entstanden.
„Die Frauen bilden inzwischen auch eine gute Gemeinschaft und freuen sich auf unsere Treffen, die jeweils am letzten Donnerstag eines Monats stattfinden“, berichtet Neufeld. Ihre Gruppe war auch beim Markt der Möglichkeiten anlässlich der Visitation der Evangelischen Kirchengemeinde vertreten und wurde start beachtet. Neufeld hat ihr Projekt auch schon in Schulen der umliegenden Gemeinden vorgestellt und immer wieder auch gestrickte Quadrate von Schulklassen für ihre Decken bekommen.
Und wohin gehen die dieses Mal? “Nach Malawi und Tansania“, weiß die engagierte Frau. Dies seien Länder mit großen Temperaturschwankungen und sehr kalten Nächten. Besonders Kinder könnten sich dort nicht ausreichend gegen die Kälte schützen. Die Gruppenleiterin verweist darauf, dass sich die Gemeinschaft der Strickerinnen zwar als Teil der Evangelischen Kirchengemeinde versteht, jedoch ökumenisch ausgerichtet und damit für jedermann offen ist. Weitere Auskunft kann unter Telefon 07033 / 2306 eingeholt werden.

Käthe Neufeld (links) von der Simmozheimer Strickgruppe zeigt einer Besucherin die in Gemeinschaftsarbeit gefertigten Decken für Kinder in Afrika.
