Kirchengemeinde Simmozheim

Mergels Zuhörer tauchen in besinnliche Stimmung ein

Pfarrer gestaltet ansprechende Lesung im Simmozheimer „Pulverfässle“ / Beliebte Gedichte und Geschichten

Von Bettina Bausch

Simmozheim. Wohlige Wärme, gedämpftes Licht, die Kerze zum ersten Advent und knisterndes Kaminfeuer erzeugten eine behagliche Atmosphäre im Simmozheimer „Pulverfässle“. So konnten die zahlreichen Zuhörer, die zur weihnachtlichen Lesung von Pfarrer Manfred Mergel gekommen waren, zur Ruhe kommen und in eine besinnliche, weihnachtliche Stimmung eintauchen. Gedichte wie Theodor Storms „Vom Himmel in die tiefsten Klüfte...“ und Hermann Hesses „Der Heiland“ weckten bei den Besuchern Erinnerungen an ihre Kindheit. Denn, „Weihnachten hat mit Kindheit zu tun. Wir brauchen Kinderaugen und Kinderherzen, um Weihnachten feiern zu können“, betonte der Geistliche.

Einen breiten Raum nahm Heinrich Bölls Geschichte „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ ein. Eine Familie feiert ein gut bürgerliches Weihnachten gleichsam als Familienidylle. Es gibt zu denken, wenn ausgerechnet ein seelisch erkranktes Familienmitglied sofort panikartig zu schreien beginnt, wenn das Weihnachten feiern aufhört. Die Familie inszeniert daher mit viel Aufwand Weihnachten als Dauereinrichtung, auch im Sommer. So zeigte Böll schon 1952 das Unechte in einer vermeintlich heilen Welt und die tiefe Sehnsucht nach echtem Weihnachten. Auch Bertolt Brechts Erzählung „Das Paket des lieben Gottes“ beeindruckte die Zuhörer.

Im zweiten Teil las Mergel selbst verfasste schwäbische Texte. Dabei erregte die humorvoll-hintersinnige Geschichte „Weihnachtsmarkt“ viel Heiterkeit. Im besinnlichen Schlussteil informierte der Geistliche über Nikolaus, Santa Claus und das Christkind, die „ein wunderbares Bild für mehr Liebe in der Welt“ seien.

Zu Weihnachten gehöre auch, mehr Zeit für sich haben. In der Simmozheimer Kirchengemeinde wir es daher in diesem Jahr erstmals in der Adventszeit fünf „stille Tage“ geben, damit die Mitarbeiter zur Ruhe kommen und mehr Zeit für sich haben können. Auch die Zuhörer im „Pulverfässle“ waren zur Ruhe gekommen und von dem Gehörten sichtlich beeindruckt.

„In meiner Kindheit haben uns die Eltern und Lehrer Weichnachtsgeschichten vorgelesen. Schön, dass es diese Tradition auch heute hin und wieder noch gibt“, sagte der 55-jährige Armin Breton nach der Lesung.

Das große Interesse an seiner vorweihnachtlichen Veranstaltung bestärkte Pfarrer Mergel in der Absicht, die Lesung zu einer festen Einrichtung zu machen.



Zurück zur Startseite

Design by exzentri.com