Aus Wolle entstehen wertvolle Geschenke
Selbst gestrickte Decken werden in Waisenhäuser und Kliniken im Ausland geschickt
Von Bettina Bausch

Simmozheim. Zirka 25 Frauen sitzen im evangelischen Gemeindehaus in Simmoz-heim zusammen. Vor sich auf den Tischen haben sie ganze Berge von Wollknäueln ausgebreitet. Auf einem Tisch an der Seite stapeln sich aus bunter Wolle gestrickte Quadrate. Die Frauen sind beim gemeinsamen Wolldeckenstricken.
Es begann damit, dass Käthe Neufeld in einer Veröffentlichung des Deutschen Insti-tuts für ärztliche Mission (DIFÄM) Tübingen von der Möglichkeit las, Wolldecken zu stricken und diese in Waisen- oder Krankenhäuser zu schicken.
„Sie kommen in Länder wie Nordkorea, Malawi, Tansania und Russland, wo die Nächte sehr kalt sind und die Menschen frieren. Meistens ist so eine Decke der ein-zige Besitz und somit etwas sehr Wertvolles“, erklärt Neufeld. Sie überlegte, wie man da auch von Simmozheim aus helfen könne. Zusammen mit ihrem Mann nahmen sie Kontakt auf zu der Theologin und Ärztin Dr. Beate Jakob vom DIFÄM. So kam die Hilfsaktion Wolldeckenstricken ins Rollen.
„Frau Dr. Jakob ist unsere Ansprechpartnerin. Bei unserem Ausflug nach Tübingen im Sommer 2004 erzählte sie uns, wie die Decken verschickt werden und zeigte uns Bilder von ihrer Arbeit in Kenia“, berichtet Neufeld. Im Herbst sei Dr. Jakob nach Simmozheim gekommen und habe im Gottesdienst gepredigt. Dies habe einen wei-teren Motivationsschub gebracht.
Die 20 bis 30 Frauen, die zum Teil auch aus Nachbargemeinden kommen, treffen sich im Simmozheimer Gemeindehaus und besprechen das Notwendigste. Wie dick soll die Decke werden? Welche Wolle wird verwendet? Bald war man sich einig: Je-de der Frauen steuert gestrickte oder gehäkelte Quadrate von 20 mal 20 Zentimeter bei. 54 Quadrate werden so zusammengenäht, dass eine Decke mit den Maßen 1,20 mal 1,80 Meter entsteht. „ Auf diese Weise haben die Frauen innerhalb eines Jahres 60 Patchworkdecken aus gespendeter Wolle gestrickt, und wir haben sie in Tübingen abgeliefert“, erläutert Neufeld. DIFÄM habe im Jahr 2002 1700 Decken verschickt.
Die Gruppe ist fest entschlossen weiter zu machen. Eine Motivationsauffrischung für die Frauen und die jüngste Strickerin, die zwölfjährige Natalie Kirchherr, gibt es durch Bilder von Menschen, die glücklich strahlen, weil sie eine solche Decke geschenkt bekommen haben.
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